Nachwort

Liebe Freunde und Freundinnen des Hope Theatre Nairobi,

vor Ihnen liegt eine Theater-Reise durch Deutschland und Österreich, die Sie gemeinsam mit den jungen Künstlerinnen und Künstler nacherleben können. Die Tournee 2015 war mit insgesamt 102 Tagen, 81 Vorstellungen und über 20.000 BesucherInnen die längste, aufregendste, anstrengendste und erfolgreichste Theaterreise der Truppe.

Der Erfolg ist ein wichtiges und wunderbares Dankeschön an die jungen Menschen aus den härtesten Slums Nairobis, die seit Jahren intensiv an ihrer Zukunft arbeiten, er gibt Kraft für Weiters, er ist aber vor allem ein Statement: Armut ist kein Stigma, keine unendliche Wahrheit in den Augenwinkeln der Reichen. Die Menschen auf der ganzen Welt haben Fähigkeiten, Ziele und Themen, vielen fehlt nur die Chance, ihr Leben auch durchzuführen. Viele leben in Armut, weil der Reichtum auf wenige verteilt wird, weil die Ungerechtigkeit keine Kläger hat, und weil wir uns an den Kreislauf aus Armut und Bespendung gewöhnt haben. Die meisten Menschen sind arm, und wenn sie darüber reden, hört ihnen niemand zu.

Dem Hope Theatre hört man zu – das ist wichtig und gut. Und man vergisst schnell, dass sie, die da auf der Bühne stehen, tragische Geschichten hinter sich haben, aus schlimmer Armut kommen oder verfolgt wurden. Denn wir reden nicht über Mitleid sondern über Chancengleichheit.

In der Beziehungsgeschichte zwischen Europa und Afrika wird viel über Nachhaltigkeit, Augenhöhe und Hilfe zur Selbsthilfe geredet.

Genau das schafft diese bildungspolitische Theatergemeinschaft aus Jugendlichen aus den Slums von Nairobi, Flüchtlingen aus Eritrea und KollegInnen aus Deutschland und Österreich. Ein 4-Länder-Projekt also, das bereits langsam durch Burundi erweitert und somit einen weiteren Aspekt Afrikas präsentieren wird.

Das Hope Theatre Nairobi ermöglicht den Dialog zwischen Ländern aus zwei benachbarten Kontinenten unterschiedlicher Chancen.

Ja, es kostet Geld, die jungen Menschen nach Europa zu holen. Aber wie sollen wir sonst Geschichten aus Afrika erfahren, wenn wir die Menschen aus Afrika nicht einladen, von sich zu erzählen?

Ich bin nicht nach Afrika gegangen, um den Menschen dort etwas beizubringen, das ist vermessen, sie können doch alles, diese Menschen haben oft mehr Lebenserfahrung als wir.

Ich versuche mit dem Projekt, Räume zu schaffen, damit sich die Menschen aus afrikanischen Ländern mitteilen können.

Besonders hier im reichen Europa.

Denn besonders hier sollten wir ihnen zuhören,

wenn wir über Afrika sprechen wollen.

In diesem Sinne wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen des Reisetagebuchs…

www.hope-theatre.info

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s